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Lichtblicke über den Zaun: Erste Erkenntnisse zur zukünftigen Beratungsarbeit

Krisenzeiten sind immer auch Innovationszeiten, wenn man es schafft, sich nicht nur auf den Zaun, sondern auch auf die Zwischenräume zu fokussieren. Nachfolgend haben wir für Sie einige Erkenntnisse aus den letzten 8 Wochen zusammengestellt, die für Sie und Ihre Kunden auch nach der Corona – Krise Nutzen stiften können. Ein Dank an der Stelle allen Beraterinnen und Beratern, die unsere Angebote wie das „Berater*innen – Netz – Café“ genutzt haben und mit uns Ihre Erfahrungen geteilt haben!

Beratungsformate und Medien

  • Anlassbezogene, zeitnahe Telefonberatung war in der Vergangenheit für viele Kunden schon das wichtigste Format. Ergänzt durch Videokontakt und Dokumentensharing wird eine solche „Just in Time – Beratung“ weiter an Bedeutung gewinnen. Dies erfordert evtl. andere Strukturen (z.B. Berater*innen mit Hotline-Funktion) und/oder eine andere individuelle Arbeitsplanung.
  • Selbst wenn Whatsapp im Moment bei den meisten Organisationen offiziell nicht akzeptiert wird: Zur Anbahnung von Beratungskontakten und zur schnellen und ortsunabhängigen  Kommunikation mit Intensivkunden braucht es Apps mit vergleichbaren Funktionen. Möglicherweise gilt es, individuelle Vereinbarungen zum Datenschutz abzuschließen.
  • Onlineberatung mit der Möglichkeit des Dokumentensharings wird sich bei der Antragsberatung aber auch bei betriebswirtschaftlichen Fragestellungen wesentlich stärker durchsetzen, da sie für alle Beteiligten zeitsparender ist.
  • Einige Berater*innen machen bereits jetzt (alleine oder zu zweit) bei Feldbonituren oder Stallbesuchen Beratungsempfehlungen per Kurzvideos und verschicken diese danach an einzelne Kunden oder Gruppen: Mit großer Reichweite und erstklassiger Resonanz!
  • Und was spricht dagegen, gerade in Stall und Feld auch in Zukunft „konsekutive Beratung vor Ort“ zu praktizieren? Das bedeutet, dass Berater*innen Stallbegehungen oder Feldbesichtigungen unabhängig vom Landwirt (und damit terminlich viel flexibler!) durchführen und danach ihre Beobachtungen per Telefon oder Whatsapp teilen und die To Do’s daraus ableiten.
  • Wertig gestaltete persönliche Begegnungen und Kontakte werden aber auch in Zukunft die Basis für eine vertrauensvolle Kundenbeziehung sein. Online-Formate funktionieren vor allem mit „Bestandskunden“, wo die Chemie zwischen Berater*in und Kunde bereits stimmt. Die „Mischung“ wird’s in Zukunft machen. Und die muss sich natürlich am Kunden orientieren!

Gestaltung der Beratungskontakte

  • Für die landwirtschaftlichen Betriebe hat sich die Krise sehr unterschiedlich ausgewirkt. Deshalb gilt: Kontakt halten bzw. aufnehmen! Kein Kunde ist böse, wenn Sie sich jetzt aktiv melden. Beginnen Sie mit denen, die Ihnen leicht fallen! Überlegen Sie vorher, mit welchen kleinen Tipps oder Hinweisen Sie vielleicht Nutzen stiften können.
  • Eine „Corona – Schleife“ zu Beginn ist o.k.! Steuern Sie das Gespräch dann aber bewusst in einen professionellen Rahmen:
    •  „Wie schaut‘s aus im Gewächshaus?“ „Wie ist die Futterumstellung gelungen?“
    • „Wir hören gerade von vielen Kunden, dass…?  Wie ist das bei Dir/Ihnen?“
    • „Bei welchem Thema/Fragestellung könnte ich Sie/Dich konkret unterstützen“?
  • Konzentrieren Sie sich, wenn die Betriebsleiter sehr beschäftigt sind, auf „ein, zwei konkrete Themen“ anstatt die ganze Litanei der Verbesserungspotenziale herunterzubeten. Das macht den Kunden zufriedener und ist gut für den „Neuigkeitswert“ Ihrer nächsten Besuche!

Arbeitsort, Organisation und Zusammenarbeit

  • Welche Gründe gibt es, Home-Office nach der Krise nicht in sinnvollem Maß weiter zu ermöglichen (falls vom Mitarbeiter/in gewollt)?
  • In manchen Organisationen ist die Teamarbeit in der Krise trotz Kontaktbeschränkung intensiver geworden, weil Berater*innen selbstorganisierte und themenbezogene Netzwerke gebildet haben. Führungskräfte und Mitarbeiter sollten prüfen, wie sie diesen Aspekt auch in Zukunft ermöglichen und fördern, um Agilität und Kundennähe zu erhöhen.
  • Die CO2 – Bilanz der Beratungsarbeit wird bisher kaum diskutiert. Die letzten Wochen haben aber sicher eindrücklich gezeigt, was für ein großes Potenzial es gibt, Fahrtstrecken und damit auch Kosten und Treibstoff zu reduzieren. Auch hier lohnt es sich, frühzeitig ins Auge zu fassen, wie ein Teil dieser Einsparungen mit in die Zukunft genommen werden kann. Nicht zuletzt haben Berater*innen erlebt, wie es ist, wenn Planung und Telefonarbeit konzentriert im Büro und nicht während der Autofahrt erledigt wird. Auch das sollte reflektiert werden!

Und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Welche Best Practices und innovativen Ansätze haben sich in Ihrer Beratungsarbeit und in Ihrer Organisation entwickelt?

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Wenn Sie sich zur Reflexion und Ergänzung der Erfahrungen in ihrer Organisation Sparringspartner mit Expertise und Blick von außen wünschen, dann kommen Sie gerne auf uns zu! Ihr Ansprechpartner: Thomas Fisel (Thomas.Fisel (at) entra.de oder mobil unter 0176 20304486)